L-Ornithin ist keine Aminosäure, die du in der Tagesschau siehst. Und doch ist sie biochemisch unverzichtbar: Sie dreht sich im Zentrum des Harnstoffzyklus — dem System, mit dem dein Körper Ammoniak entsorgt. Hier die Evidenz.
Die Biochemie
L-Ornithin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure: Sie ist keine der 20 Standard-Aminosäuren, aus denen Proteine gebaut werden. Trotzdem ist sie metabolisch außerordentlich wichtig.
Der Körper synthetisiert Ornithin aus Arginin (via Arginase) und aus Glutamat. Bei hoher Belastung kann der Bedarf die Eigenproduktion übersteigen — das ist der Punkt, an dem ein Supplement biochemisch Sinn ergeben kann.
Der Harnstoffzyklus, präzise
Jedes Mal, wenn dein Körper Proteine verstoffwechselt — aus dem Essen oder aus Muskelabbau — entsteht Ammoniak (NH₃). Ammoniak ist neurotoxisch und muss sofort unschädlich gemacht werden. Der Harnstoffzyklus läuft hauptsächlich in den Leberzellen ab:
Ornithin ist also ein Katalysator: Es wird in Schritt 2 verbraucht und in Schritt 5 wieder regeneriert. Wenn mehr Ammoniak abgebaut werden muss — proteinreiche Ernährung, viel Sport, Alkohol, Leberbelastung — kann zusätzliches Ornithin den Zyklus beschleunigen.
Ornithin selbst wird nicht aufgebraucht. Es ist ein Rad im Mechanismus, das man nachfetten kann, wenn der Mechanismus läuft.